Persönlich und liebevoll

Der Herbst erinnert an die Vergänglichkeit des Lebens und zu keiner anderen Zeit rücken unsere Friedhof so in das Bewusstsein der Menschen als im Monat November. Während sich die intensiven Farben der Natur verabschieden, sorgt ein liebevoller und persönlicher Grabschmuck dafür, dass die Gräber unserer Verstorbenen nicht trostlos wirken. Die badischen Friedhofsgärtner verwandeln jetzt so manches Grab in ein kleines Kunstwerk, was nicht nur rund um die Totengedenktage, sondern auch in der anschließenden Vorweihnachtszeit angesagt ist.

Zu Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag und dem konfessionsübergreifenden Volkstrauertag werden die Grabstätten noch ein letztes Mal geschmückt und für die kalten Tage gerüstet. Jetzt, wo die meisten Blumen auf den Gräbern verblüht sind, sorgen kunstvolle Winterabdeckungen für Beständigkeit. Gekonnt umgesetzt ziert die Kombination aus schützender Abdeckung und kreativem Winterschmuck das Grab in vielen Fällen bis zum Frühjahr. „Wir verwenden im Winter unterschiedliche Tannenzweige und verschiedenes Koniferengrün. In akribischer Feinarbeit lassen sich so sehr schöne Effekte erzielen“, erklärt Friedhofsgärtner Christof Hilligardt aus Pforzheim. Besonders dekorativ sind gesteckte Muster aus frischen Zweigen von Blaufichte, Edeltanne, Scheinzypresse oder Wachholder. Mit den roten Beeren von Stechpalme, Eibe oder Strauchmispel ergeben sich zudem reizvolle Kontraste. Ebenso wie die immergrüne, bodendeckende Bepflanzung symbolisiert die Winterabdeckung eine Decke, die sich schützend über den Verstorbenen ausbreitet.

Den optischen Höhepunkt in der kalten Jahreszeit bilden Kränze, Grabschalen, Gestecke oder kunstvolle Pflanzenarrangements. „Dafür verwenden wir natürliche Materialien wie Moos, Zapfen, Rinden, Tannenzweige sowie Trockenfrüchte, Trockenblumen und Wurzeln. Sie verleihen der Grabstätte nicht nur einen natürlichen Charakter, sondern bleiben auch bei Regen und Schnee lange attraktiv“, so der Friedhofsgärtner. Seit einigen Jahren wird vor allem Grabschmuck in Herzform nachgefragt, wobei Kränze, deren Kreisform für den Kreislauf des ewigen Lebens steht, nach wie vor sehr beliebt sind. „Gerne lassen sich Angehörige die Gestecke auch nach den Vorlieben der Verstorbenen anfertigen.“ Dann meist frische Blumen wie Rosen, Chrysanthemen oder auch die Lieblingsblumen des Verstorbenen in die Dauergestecke eingearbeitet.

Neben einer immergrünen Abdeckung aus Tannenzweigen können aber auch winterharte Pflanzen besondere Akzente auf der Grabstätte setzen. Gut geeignet dafür sind beispielsweise die Besenheide (Calluna vulgaris) oder die Schneeheide (Erica carnea). Während die Besenheide meist bis Ende Oktober in den Farben Rot, Purpur, Rosa und Weiß blüht, zeigt die Schneeheide ab Februar ihre Blüten. Aber auch ohne Blüten ist die Pflanze attraktiv genug, um in einem Strukturbeet in Kombination mit winterharten Blattschmuck-Pflanzen – wie das Silberblatt (Senecio), das Purpurglöckchen (Heuchera), die Stacheldrahtpflanze (Calovephalus) – sowie winterharten Gräsern schöne Akzente zu setzen. Besonders edel wirken zudem die Christrose (Helleborus) oder die Teppichbeere (Gaultheria procumbens) mit ihren roten Kugelfrüchten.

Wem die Pflege einer Grabstätte in der dunklen und kalten Jahreszeit zu beschwerlich ist, der sollte sich an einen Friedhofsgärtner vor Ort wenden. „Wir Friedhofsgärtner arbeiten bei Wind und Wetter und helfen nicht nur im Herbst und Winter, sondern übernehmen auch dauerhaft die komplette Grabpflege. Dazu gehören die Säuberung der Grabfläche, das Schneiden, Düngen und Gießen sowie die jahreszeitlich wechselnde Bepflanzung“, so Christof Hilligardt. Entsprechende Vereinbarungen zur langfristigen Dauergrabpflege können mit dem Friedhofsgärtner vor Ort je nach Bedarf abgeschlossen werden.